Newsletter Dezember 2020

21. Dezember 2020

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

meine Lieblingsgeschichte ist die Weihnachtsgeschichte. Wenn sie nicht tatsächlich passiert wäre, hätte sie erfunden werden müssen. Man stelle sich vor: eine Welt ohne Weihnachten, ohne diese im wörtlichen Sinne  wundervolle Geschichte. Wenn sie erfunden worden wäre, würde ich den Erzähler kennenlernen wollen. Es müsste der genialste aller genialen Schriftsteller sein. Ich weiß aber, dass ich auf der Suche nur auf einen stoßen würde: auf Gott selbst, der diese Geschichte im Buch des Lebens niedergeschrieben hat.

 

In der Weihnachtsgeschichte sind sehr viele bis heute relevante Themen angelegt: der Beginn neuen Lebens mit Marias Schwangerschaft, die Loyalität des Joseph gegenüber seiner Verlobten, die staatliche Kontrolle in Form einer Volkszählung, Wanderschaft, Ausgrenzung, die Geburt des erwarteten Königs und Gottessohnes in einem Stall als Zeichen der Armut und des Machtverzichts, auch damals schon die Globalisierung durch die Anreise der drei Weisen aus dem Morgenland mit Geschenken aus ihrer Region, Flucht, Adoption, Heimat, Familie… und immer wieder das Vertrauen der Menschen auf Gott und sein Handeln. 

 

Wenden wir uns Maria, einer der Hauptpersonen, zu:

Die schwangere junge Frau machte sich mutig auf den Weg ins Bergland Judäas zu ihrer Verwandten Elisabeth, die ebenfalls im 6. Monat schwanger war. Das Kind hüpfte in Elisabeths Leib bei der Begegnung. Dann heißt es in der Bibel (Lk 1,42–55): 

Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

 

Marias Lobgesang beginnt mit den Worten Meine Seele preist den Herrn, auf lateinisch Magnificat anima mea dominum. Das Magnificat ist nach seinem Eingangswort benannt und gehört zu den Grundtexten des Christentums. Im Stundengebet ist es in der Ostkirche Bestandteil des Morgengebetes. In der Westkirche ist es der Höhepunkt der abendlichen Vesper, in der es feierlich gregorianisch gesungen wird. Es ist aber auch in den christlichen Festen der Weihnacht liturgisch verankert. Für mich gehört das Magnificat ebenso zur Weihnachtsgeschichte wie das neugeborene Jesuskind in der Krippe.

 

Dietrich Bonhoeffer schreibt über das Magnificat: „Dieses Lied der Maria ist das leidenschaftlichste, wildeste, ja man möchte fast sagen revolutionärste Adventslied, das je gesungen wurde. Es ist nicht die sanfte, zärtliche, verträumte Maria, wie wir sie auf Bildern sehen, sondern es ist die leidenschaftliche, hingerissene, stolze, begeisterte Maria, die hier spricht … ein hartes, starkes, unerbittliches Lied von stürzenden Thronen und gedemütigten Herren dieser Welt, von Gottes Gewalt und von der Menschen Ohnmacht.“

 

Möge dieses Lied Sie in und durch die Weihnachtszeit begleiten!

 

Zurück zum Tagesgeschehen: Der harte Lockdown geht auch am Achorhof nicht spurlos vorbei. Wir fahren unsere Veranstaltungen vorläufig – bis auf eine Hl. Messe am 10. Januar 2021 – herunter und ich melde mich im Februar zurück. In dieser schweren Zeit möchte ich Ihnen ein weiteres Lied, dessen Aufnahme in Zusammenarbeit mit Schüler*innen der Salvatorschule entstanden ist, als frohe Botschaft mit auf den Weg geben:

 

Light In Our Darkness

 

Bleiben Sie behütet!

 

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünschen

 

Cornelia und das Achorteam

 

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