Newsletter Mai/Juni 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

 

wir befinden uns im Jahr 2020 n. Chr. Ganz Brandenburg ist von der Angst vor dem Coronavirus besetzt... Ganz Brandenburg? Nein! Ein von unbeugsamen Menschen bewohnter Hof hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

Die Versuchung ist einfach zu groß, diesen berühmtesten Comic-Prolog der Welt auf die Auszeiten, die der Achorhof während der Corona-Krise bereithält, zu beziehen. Generalvikar Pater Kollig bezeichnete den Achorhof als Andersort und das ist er auch während der Pandemie, denn er erlaubt einzelnen Menschen aufgrund seiner Weitläufigkeit und Gemeinnützigkeit, ihm einen Besuch abzustatten, um Lebensmittel vorbeizubringen oder das aufkeimende und sprießende Freigelände zu betreuen. Maurice konnte sogar für einen Monat im Pferdestall unterkommen, wo es sich fernab von den Bewohnern des Haupthauses auch isoliert gut leben ließ. Er genoss die Ruhe und das Radfahren, erkundete die Umgebung und machte ausgiebige Spaziergänge. Die Großstädter danken dem Achorhof für diese bescheidenen Möglichkeiten, die sich während des Lockdowns fast ein wenig wie Freiheit anfühlen.

 

Während das Drama auf der ganzen Welt seinen Lauf nahm, blieb auch der Hof von Dramen nicht verschont, wenngleich sie keinen pandemischen Charakter besaßen. Der junge Schafsbock Pablo gebärdete sich gar zu wild, sodass er von der Schäferin abgeholt werden musste, weil zu befürchten war, dass der Zaun ihm nicht standhielt. Seine Gefährtin, das kleine Schaf Astrid, begleitete ihn. Nachdem der Zaun stabilisiert und ein Stall gebaut war, konnten die beiden Schafe zurückkehren, doch Pablo war so krank und schwach, dass er sich nicht auf den Beinen halten konnte. Claudia wachte die ganze Zeit bei ihm, bis er am dritten Tag starb. Grund war vermutlich eine Infektion gewesen. Veronika Otto kam und spielte Cello bei Pablos Beerdigung. Sein Grab befindet sich nun mitten im Gehege. Astrid läuft seither zunehmend mit hängenden Öhrchen herum. Auch ihr geht es gesundheitlich nicht gut und sie benötigt dringend Gesellschaft. Wenn sie stirbt, will Claudia keine Schafe mehr betreuen.

 

Ein Lichtblick während dieser schweren Zeit war der "neue" Wohnwagen, der den alten, hässlichen, abgewrackten und unbewohnbaren nach vielen Jahren ENDLICH ablöste. Obwohl er ein Oldtimer (Baujahr 1968) ist, kann man ihn im Vergleich zu dem alten Wohnwagen als Schmuckstück bezeichnen. Zwei Übernachtungen haben bereits darin stattgefunden und den Segen hat er von Pfr. Colling auch schon erhalten.

 

Nach langer Corona-Pause konnte am 10. Mai wieder eine Hl. Messe stattfinden. 10 Besucher saßen mit ausreichend Abstand in den Bänken und lauschten dankbar den Worten des Pfarrers und den Klängen der Orgel. Die nächste Hl. Messe an Christi Himmelfahrt hält Pater Theo (siehe Kalender). Auch der Pfingstgottesdienst am 01.06. mit Pfr. Colling kann stattfinden. Als maximale Teilnehmerzahl passen bei 1,5 m Abstand 20 Personen in den Gottesdienstraum. Voraussetzung für die Teilnahme ist coronabedingt eine vorherige Anmeldung per Mail oder Telefon mit Angabe der Adresse. Wir würden uns freuen, wenn Sie dabei sind!

 

Herzliche Grüße

 

Cornelia und das Achorteam